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LANCOM FAQ zu 802.11n Wireless LAN im Outdoor-Bereich

Wo werden High-Speed Funkstrecken vorwiegend eingesetzt?

Schnelle Sichtfunkverbindungen werden hauptsächlich als hoch performante Punkt-zu-Punkt-, Punkt-zu-Multipunkt- und zuverlässige Back-up-Verbindungen zu Glasfaser- und Kupferkabel eingesetzt.

Welche Geschwindigkeiten und welche Distanzen können jeweils mit dem LANCOM OAP-310agn Wireless und dem LANCOM L-310agn Wireless realisiert werden?

Mit dem OAP-310agn Wireless werden Nettodatenraten bis zu 100 Mbit/s, mit dem L-310agn Wireless sogar Nettodatenraten bis 130 Mbit/s erreicht. Je nach Sichtverbindung und Masthöhe können Distanzen über 20 km erreicht werden. Weitere Informationen hinsichtlich möglicher Geschwindigkeiten und Distanzen in Kombination mit verschiedenen Antennen liefert Ihnen unser Antennen-Distanz-Kalkulator.

Für welche Einsatzszenarien ist der OAP-310agn besser geeignet als der L-310agn in Kombination mit Außenantennen?

Durch das robuste, wetterfeste Outdoor-Gehäuse und den erweiterten Temperaturbereich kann der OAP-310agn im Gegensatz zum L-310agn vollständig im Freien installiert und betrieben werden. Er eignet sich daher für die Außenmontage bei rauen Wetterbedingungen und Mastmontagen. Durch die Installation direkt bei der entsprechenden Antenne kann auf lange Antennenkabel mit leistungsmindernder Dämpfung verzichtet werden.

Welche Vorteile bietet die MIMO-Technologie im Freien, beispielsweise bei Funkstrecken?

MIMO nutzt die Mehrwegeausbreitung (“Spatial Streams”), die vorwiegend durch Reflektionen in Gebäuden entstehen, um zwischen verschiedenen Datenströmen zu unterscheiden. Im Freien, bei Richtfunkstrecken, besteht jedoch eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger, so dass die so genannte Fresnel Zone frei von Hindernissen ist. Demzufolge existieren dort keine Reflektionen, die zur Mehrwegeausbreitung genutzt werden könnten.

Um dennoch diese Technik nutzen zu können, werden bei Outdoor 802.11n-Anwendungen die bewährte Polarisations-Diversity-Methode und die MIMO-Technologie kombiniert. Die MIMO Technologie bietet die Möglichkeit, mehrere parallele Datenströme zu erzeugen, die Polarisations-Diversity Antennen ordnen jedem Datenstrom eine charakteristische Polarisation zu. LANCOM bietet folgende Polarisations-Diversity Antennen an: LANCOM AirLancer Extender O-D9a, LANCOM Airlancer Extender O-D60a und LANCOM Airlancer Extender O-D80g. Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Techpaper „802.11n - Outdoor Anwendungen“.

Welche Antennen können in Verbindung mit dem L-310agn und dem OAP-310agn genutzt werden?

Das hängt u.a. vom Einsatzbereich ab:

  • Für Highspeed Funkstrecken über mehrere Kilometer eignet sich die Dual Polarisations Antenne LANCOM AirLancer Extender O-D9a. Diese kann sowohl mit dem L-310agn als auch mit dem OAP-310agn Wireless kombiniert werden.
  • Für kürzere Funkstrecken können der AirLancer Extender O-D60g und der AirLancer Extender O-D80g verwendet werden.
  • Campus-Ausleuchtungen oder Hotspots können durch den Einsatz des OAP-310agn im Access Point Modus realisiert werden. Die geeigneten Rundstrahlantennen (2,5 dBi Gewinn) sind im Lieferumfang enthalten.

Was versteht man unter "BFWA" (Broadband Fixed Wireless Access) und wann wird es von LANCOM unterstützt werden?

Unter “BFWA” versteht man das Frequenzband zwischen 5.725 MHz – 5.850 MHz, in dem bis zu 4 Watt (36 dBm) übertragen werden können. LANCOM Access Points unterstützen BFWA bereits gemäß der regulatorischen Randbedingungen in UK (Ländereinstellung UK). Für die anderen europäischen Länder (ETSI) ist dieses Feature bereits in Vorbereitung und wird in H2/2008 als kostenfreies SW-Update bereitgestellt. Um dieses Frequenzband nutzen zu dürfen, muss der Betreiber einer Meldepflicht gemäß § 6 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) nachkommen. Laut der Bundesnetzagentur bedarf es hierbei keines förmlichen Antrags, so dass für den Betreiber keine Verwaltungsgebühren anfallen. Allerdings ist die Nutzung des Bandes kommerziellen Zwecken vorbehalten (Provider).

Welche Vorteile hat dieses Frequenzband für den Kunden?

Verglichen mit dem Unterband 2, in dem nur eine Sendeleistung von 1 Watt möglich ist, erlaubt das Frequenzband eine Sendeleistung von bis zu 4 Watt. Die an einem bestimmten Punkt empfangene Signalstärke ist umgekehrt proportional zu der quadrierten Entfernung.
Theoretisch gesehen bewirkt eine Vervierfachung der Sendeleistung auf 4 Watt eine Verdopplung der Distanz.

Was ist DFS?

DFS steht für Dynamic Frequency Selection. In einigen Ländern fordert die europäische Regulierungsbehörde ETSI die Einhaltung des DFS-Verfahrens zur automatischen Kanalsuche im 5-GHz-Frequenzbereich. Beim DFS-Verfahren wird automatisch eine freie Frequenz gewählt, z. B. um das Stören von Radaranlagen zu verhindern und um die WLAN-Geräte möglichst gleichmäßig über das ganze Frequenzband zu verteilen.

Welche Geräte sind von der Regelung betroffen?

Alle WLAN Geräte, die im Bereich 5.25 GHz bis 5.85 GHz Band funken.

Hier ein Überblick:

Frequenzbereich
(GHz)
Indoor / Outdoor Max. zulässige Sendeleistung (EIRP) DFS Anforderung
5.15 – 5.25
(4 Kanäle)
Indoor 200 mW nicht vorgeschrieben
5.25 – 5.35
(4 Kanäle)
Indoor 200 mW vorgeschrieben
5.470 – 5.725
(11 Kanäle)
Indoor und Outdoor 1000 mW vorgeschrieben
5.755 – 5.875
(5 Kanäle)
Indoor und Outdoor 4000 mW vorgeschrieben

Muss ich mein Altgerät bzgl. DFS aufrüsten?

Nein. Die Regelung betrifft nur Geräte, die ab dem 01. April 2008 in Verkehr gebracht wurden. Geräte, die schon vor diesem Datum in Verkehr gebracht worden sind, müssen diese nicht erfüllen.

Wer ist für die Beachtung der DFS Regelung verantwortlich?

Grundsätzlich hat der Betreiber des WLANs für die Einhaltung der neuen ETSI Regelungen Sorge zu tragen. LANCOM Access Points unterstützten bereits die ETSI 301 893 Version 1.4.1.

Ab welcher Version unterstützt LANCOM DFS und liegt ein entsprechender Prüfbericht vor?

Ja, es liegt ein Prüfbericht vor.

  • Ab LCOS Version 7.30 -> Alle WLAN Access Points außer der LANCOM L-300 Serie
  • Ab LCOS Version 7.52 -> WLAN Access Points der L-300 Serie

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